Wie funktioniert eine Nebelmaschine?

Aus der modernen Showtechnik sind Nebelmaschinen heute nicht mehr wegzudenken. Sie liefern in Kombinationen mit der entsprechenden Lichttechnik beeindruckende Effekte, oder sorgen in Filmen für die richtige Stimmung. Dabei sind die Hintergründe und die Funktionsweise solcher Maschinen in der Allgemeinheit relativ unbekannt. Wo liegt eigentlich der Ursprung dieser Technik, welche verschiedenen Modelle existieren und welche grundsätzlichen Voraussetzungen müssen für deren Einsatz geschaffen werden? Ein kleiner Blick in die Geschichte soll hier Aufschluss geben.

Geschichtlicher Rückblick

nebelmaschine-kaufen-concert-buehneDie Kunst, mit Nebel oder Rauch den Zuschauer in Staunen zu versetzen, wurde nicht erst mit der Erfindung des Kinos geschaffen. Schon vor Jahrhunderten nutzen Illusionisten und Magier entsprechende Techniken, um für das Publikum eine mysteriöse Stimmung zu schaffen. Dabei wurde häufig einfach Wasserdampf eingesetzt. Andere Alternativen standen mit der Verwendung von Weihrauch oder stark qualmenden Hölzern zur Verfügung. Viele dieser ursprünglichen Rezepturen bargen aber erhebliche Risiken. Sie waren der Gesundheit nicht gerade zuträglich, denn die in ihnen enthaltenen Schwebstoffe, konnten bei regelmäßiger Nutzung zu erheblichen Erkrankungen der Lunge führen.

Gerade dieser Umstand war einer der wesentlichen Gründe dafür, dass sich im Laufe der Jahrhunderte die Technik weiter entwickelte. Noch bis in die Mitte der 80er Jahre hinein, kamen Parrafine und erhitzte Öle zum Einsatz. Diese wurden nicht nur in Filmen verwendet, selbst in Diskotheken gehörten solche Stoffe zum Standard-Repertoire. Erst als deren Schädlichkeit nachgewiesen wurde, kam es zu einer strikten Reglementierung, die die Verwendung der genannten Substanzen verbot.

Dabei stand bereits im Jahre 1973 eine Alternative zur Verfügung. Günther Schaidt entwickelte in diesem Jahr in Schenefeld in der Nähe von Hamburg, das Nebelfluid. Im gleichen Arbeitsschritt konstruierte er auch die passenden Maschinen, um den Einsatz des Mittels zu erleichtern. Diese als Safex-Maschinen bezeichneten Geräte, werden bis zum heutigen Tag in ihrer Grundfunktion unverändert, genutzt. Für diese bahnbrechende Entwicklung, welche in Hollywood zum Standard gehört, erhielt Schaidt letztlich auch den Technik-Oscar.

Grundlegendes zur Technik

Die meisten Nebelmaschinen auf elektrischer Basis, verwenden als Grundlage bidestilliertes Wasser. Dies ist deshalb erforderlich, da mineralische Rückstände zu einer Beschädigung der Anlage führen könnten. Das Wasser muss demnach fast vollständig rein sein, sodass die Anzahl der Fremdteilchen pro Millionen äußerst gering ausfällt. Als weitere Substanzen werden Glykole oder Glycerin verwendet. Diese haben den Vorteil, dass Sie unter normalen Bedingungen nicht schädlich auf den menschlichen Organismus wirken.

Das Gemisch, wird mittels einer Pumpe in ein Heizelement geleitet. Dieses besitzt einen sehr engen Durchmesser, welches für eine starke Kompression sorgt. Maximal wird dabei eine Temperatur von 210 Grad Celsius erzeugt. Bei diesem Wert verdampft die Flüssigkeit und wird als Aerosol ausgestoßen, welche dann als Nebel in Erscheinung tritt. Je nach Art der Nebelmaschine kann dieses Aerosol in verschiedene Richtungen gelenkt werden.

Arten von Nebelmaschinen

nebelmaschine-kaufen-concert-buehne-swGrundlegend arbeiten alle Nebelmaschinen nach dem oben genanten Prinzip. Das Standardmodell erzeugt dabei die bereits erwähnte Nebelwolke. Allerdings ist dies nicht die einzige Variante, die heute auf dem Markt erhältlich ist. Eine andere Form der Nebelmaschine stellt der sogenannte Hazer dar. Bei diesem handelt es sich um einem Dunsterzeuger, der einen sehr feinen Nebel produziert. Dieser ist unter Umständen nicht einmal optisch sichtbar, wobei sich Lichtstrahlen allerdings an den Teilchen in der Luft brechen. Ein wesentlicher Unterschied zur normalen Nebelmaschine besteht darin, dass die sehr feine Zerstäubung mittels Ultraschall oder Druckluft erreicht wird. Zudem enthält das verwendete Fluid einen geringeren Anteil an Wasser und basiert auf einer Ölgrundlage.

Ein anderes Gerät ist der sogenannte Fazer. Hierbei handelt es sich im Prinzip um einem Hybriden zwischen einer Nebelmaschine und einem Hazer. Es kommt in der Tat auch das gleiche Fluid zum Einsatz. Der hauptsächliche Unterschied liegt dabei in dem installierten Lüfter. Dieser verteilt den Nebel viel großflächiger, als dies bei einer gewöhnlichen Nebelmaschine der Fall ist. Dabei erscheint das entstandene Aerosol aber dennoch sehr viel feiner.

Als letzte Version soll hier noch die Bodennebelmaschine genannt werden. Diese funktioniert auf die gleiche Weise, wie die normale Nebelmaschine. Allerdings wird das Aerosol vor dem Ausstoß durch ein Kühlaggregat geleitet. Hierbei greift der Grundsatz, dass kalter Nebel wesentlich schwerer ist als warmer Nebel. Darum bewegt sich dieser nur über den Boden, und steigt nicht als Wolke auf. Je nach Art der verwendeten Maschine kann unter Umständen noch die Dichte des Nebels reguliert werden.

Vorteile und Nachteile der verschiedenen Modelle

Natürlich ist es wie bei allem im Leben so, dass es nicht nur positive Aspekte der verwendeten Technik gibt. So haben alle Maschinen ihre ganz eigenen Vorteile und auch ihre speziellen Probleme.

Das grundlegende Problem einer Nebelmaschine ist der Verbrauch des Fluides. Wird ein solches Gerät nur für diverse einmalige Showeffekte eingesetzt, so bietet der entstandene Nebel eine hervorragende Optik, welche das Licht ansprechend in Szene setzt. Ist allerdings ein Dauerbetrieb von Nöten, muss ständig neues Fluid nachgefüllt werden. Zwar existieren auch Systeme, an denen ein zusätzlicher Tank angeschlossen werden kann, doch macht dies die Angelegenheit aus finanzieller Sicht, in keiner Weise günstiger. Profi Nebelmaschinen haben normalerweise einen größeren Tank (z.B. FOG 3000 DMX) als die kleineren Nebelmaschinen wie zum Beispiel die Showlite SN-1200.

Bei den Verdunstern oder Hazern, ist ein entscheidender Faktor das verwendete Fluid. Dieses basiert in der Regel auf verschiedenen Ölen, welche zwar nicht schädlich sind, aber im Dauerbetrieb unliebsame Niederschläge auf dem Equipment verursachen. Zudem sind diese speziellen Substanzen äußerst kostspielig, wobei die Maschinen nicht gerade als sparsam zu bezeichnen sind. Dennoch ist der Effekt eines quasi unsichtbaren Nebels, ein beeindruckendes Spektakel.

Der Betrieb eines Fazers ist als relativ günstig zu bezeichnen, denn sowohl der Preis der Fluide, als auch der Verbrauch halten sich in Grenzen. Allerdings kann es eine Weile dauern, bis eine Nebelwolke sich zu ihrer vollen Pracht entfaltet. Dieser Effekt tritt bei Nebelmaschinen sofort auf. Bei Fazern hingegen ist eine gewisse Geduld erforderlich. Oftmals werden daher Fazer mit normalen Nebelmaschinen kombiniert, um den Effekt der Dunstwolke zu verlängern.

Bei den Bodennebelmaschinen gibt es nicht wirklich etwas zu beanstanden. Sie sind sehr sparsam mit dem Fluid und lassen auch eine zielgerichtete Dosierung der Nebeldichte zu. Als einzige Mankos seien hier der enorme Stromverbrauch – dieser ist dem Kühlaggregat geschuldet – und die Lautstärke genannt. Bedingt durch das installierte Kühlelement kann das unweigerlich einsetzende Brummen, gerade in stillen Räumlichkeiten, nur schwer verborgen werden.

Einsatzgebiete

nebelmaschine-kaufen-feuerwehr-uebungNebelmaschinen können zu den unterschiedlichsten Zwecken verwendet werden. Einige Beispiele sollen hier genannt werden:

  • Konzerte
  • Filmproduktionen
  • Theaterbühnen
  • Leckageprüfung (Überprüfung von Schiffsrümpfen
  • Tunnelkontrollen (Abflussverhalten von Rauch)
  • Brandsimmulation (Test der Rauchverteilung)
  • Strömungssimmulationen (etwa im Flugzeugbau)
  • Test von Abzugssystemen (etwa Lüftungsanlagen)

Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und könnte noch weiter fortgesetzt werden. Die Fähigkeit, ohne ein Feuer Rauch zu erzeugen, offeriert dabei gerade im Bereich der Sicherheitstechnik viele Möglichkeiten.

Grundlagen für den Betrieb

Als Abschluss sollen hier die wesentlichen Punkte aufgeführt werden, die zum Betrieb einer Nebelmaschine – egal in welcher Bauweise – notwendig sind.

So ist grundsätzlich das Vorhandensein von Strom erforderlich. Ohne diesen kann kein einziges Modell seine Arbeit verrichten. Zudem muss ein ausreichend großer Vorrat, der entsprechenden Fluide bereit stehen. Beim Platzbedarf sind die meisten Systeme heute mehr als sparsam. Sehr wirkungsvolle Maschinen gibt es schon in überschaubaren Größen. Für größere Veranstaltungen sind natürlich auch größere Systeme erforderlich. Hier sollte schon damit gerechnet werden, dass nicht nur das Aufstellen, sondern auch der Transport, einen gewissen logistischen Aufwand erfordert. Besonders wichtig ist, dass der Einsatzort möglichst windstill oder geschützt sein sollte. Bei starken Böen ist es für keine Maschine der Welt möglich, einen konstant dichten Nebel zu erzeugen. Auch Bodennebel hat unter solchen Bedingungen nicht die geringste Chance.

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